„Zusammen ist unsere Stärke“: Matthias Miersch und Oliver Kaczmarek auf dem Roten Sofa in Unna 29. April 2026 Matthias Miersch (Bildmitte), Oliver Kaczmarek (r.) und Moderator Philipp Kaczmarek (l.) diskutierten auf dem „Roten Sofa“. Rund 100 Gäste sind am Dienstagabend der Einladung der SPD Unna ins Amt 31 gefolgt. Auf dem „Roten Sofa“ diskutierten Matthias Miersch, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, und der heimische Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek über aktuelle politische Herausforderungen, persönliche Wege in die Politik und die Rolle der SPD in schwierigen Zeiten. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Dominik Himmel, der erst vor zwei Wochen neu gewählte Vorsitzende der SPD Unna, die Gäste und stimmte auf den Abend ein. Das seit vielen Jahren etablierte Veranstaltungsformat bot auch dieses Mal einen lebendigen Austausch zwischen Politik und Bürgerschaft. Moderiert wurde der Abend von Philipp Kaczmarek, Ratsmitglied und Geschäftsführer der SPD Unna. Unter dem Leitgedanken „Zusammen ist unsere Stärke“ stand die zentrale Frage im Raum, wie Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland wieder stärker vorangebracht werden können – und welche Erwartungen die Menschen dabei an die SPD als älteste demokratische Partei Deutschlands haben. Miersch und Kaczmarek arbeiten seit vielen Jahren gemeinsam im Deutschen Bundestag: Miersch gehört dem Parlament seit 2005 an, Kaczmarek seit 2009. Beide berichteten von ihren persönlichen Zugängen zur Politik – Miersch über sein Engagement in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit, Kaczmarek über die Schülervertretung. Ein gemeinsamer Nenner wurde schnell deutlich: Für beide ist Gerechtigkeit der zentrale Wert ihres politischen Handelns. „Gute Politik muss im Alltag der Menschen spürbar sein“, betonten sie übereinstimmend. Dabei machten sie auch deutlich, dass politische Prozesse Zeit brauchen und Kompromisse ein unverzichtbarer Bestandteil demokratischer Entscheidungsfindung sind. Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Zukunft des Sozialstaats. Die Sicherung des Rentenniveaus sei eine zentrale Aufgabe. Kaczmarek zitierte in diesem Zusammenhang Franz Müntefering: „Die Rente ist eine Versicherung, kein Spar-Club.“ Auch Reformen im Gesundheits- und Pflegebereich wurden angesprochen. Beide Politiker machten deutlich, dass die Finanzierung auf eine breitere Basis gestellt werden müsse. Neben den Versicherten sollten auch andere Akteure – etwa die Pharmaindustrie – stärker zur Stabilisierung beitragen. Mit Blick auf den politischen Wettbewerb unterstrich Miersch die Verantwortung von Regierungsparteien: „Maximalforderungen zu stellen, ist das Privileg der Opposition. Wer regiert, muss Lösungen finden.“ Gleichzeitig bezeichnete er den Einsatz gegen rechtsextreme Kräfte als historische Aufgabe der SPD. Es gelte, diesen Entwicklungen frühzeitig und entschlossen entgegenzutreten. „Ich will nicht, dass sich diese Kräfte erst entzaubern, wenn sie Verantwortung tragen.“ Der Abend endete in einer offenen Gesprächsrunde, in der viele Gäste die Gelegenheit nutzten, ihre Fragen und Anliegen direkt einzubringen. Das „Rote Sofa“ zeigte einmal mehr, wie wichtig der direkte Dialog ist – gerade in herausfordernden Zeiten.