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Innenstadt-Radring ist zurzeit keine überzeugende Alternative

SPD beantragt Aufhebung des Nachtfahrverbots in der Fußgängerzone

Die SPD-Fraktion im Rat der Kreisstadt Unna setzt sich dafür ein, das seit Anfang 2025 geltende Nachtfahrverbot für Radfahrende in der Unnaer Fußgängerzone wieder aufzuheben. Ein entsprechender Antrag wurde nun von dem Fraktionsvorsitzenden Sebastian Laaser gestellt.

Bis Ende 2024 durften Radfahrerinnen und Radfahrer die Fußgängerzone in den Abend- und Nachtstunden nutzen. Mit der Einführung des Nachtfahrverbots wurde diese Regelung aufgehoben. Als Begründung wurde damals unter anderem auf den neu geschaffenen Innenstadt-Radring verwiesen, der als alternative Strecke für den Radverkehr rund um die Innenstadt dienen sollte. 

Nach Auffassung der SPD-Fraktion erfüllt der Radring diese Funktion jedoch bislang nur eingeschränkt. In mehreren Abschnitten bestehen weiterhin Defizite, etwa bei der Beleuchtung, der Markierung oder der Qualität der Fahrbahnoberflächen. Insbesondere der Abschnitt durch den Stadtgarten wird von Bürgerinnen und Bürgern immer wieder als Angstraum kritisiert und gemieden. Auch eine aktuelle Anfrage der SPD-Fraktion an die Stadtverwaltung habe gezeigt, dass bei der Fertigstellung und qualitativen Verbesserung des Radrings noch erheblicher Handlungsbedarf besteht.

„Der Innenstadt-Radring sollte eine sichere und attraktive Alternative zur Durchfahrt durch die Fußgängerzone darstellen. Tatsächlich befindet sich das Projekt aber noch in Teilen im Umsetzungs- und Optimierungsprozess“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Sebastian Laaser. „Solange diese Alternative noch nicht vollständig und in guter Qualität vorhanden ist, halten wir das Nachtfahrverbot für nicht überzeugend begründet.“

Der Antrag der SPD sieht deshalb vor, dass das Befahren der Fußgängerzone mit Fahrrädern künftig zwischen 21 Uhr abends und 8 Uhr morgens erlaubt wird. Damit schlägt die SPD eine angepasste Regelung vor: Früher war das Radfahren bereits ab 19 Uhr erlaubt. Aufgrund der inzwischen teilweise längeren Öffnungszeiten einzelner Geschäfte in der Innenstadt soll der Beginn der Freigabe nun jedoch erst ab 21 Uhr gelten. Die Regelung habe sich grundsätzlich über viele Jahre bewährt. In den späten Abend- und Nachtstunden sei das Fußgängeraufkommen in der Innenstadt erfahrungsgemäß sehr gering, sodass Konflikte kaum zu erwarten seien.

Gerd Bendiks, SPD-Ratsherr und Ortsvorsteher für Unna-Mitte, unterstützt den Vorstoß: „Viele Menschen nutzen das Fahrrad gerade in den Abendstunden als unkompliziertes Verkehrsmittel in der Innenstadt. Wenn gleichzeitig die Ausweichroute noch nicht vollständig überzeugt, sollte man eine pragmatische Lösung finden.“

Nach Ansicht der SPD-Fraktion zeigt auch die Praxis, dass das bestehende Verbot nur begrenzt akzeptiert wird. Bei einer polizeilichen Kontrolle in den Abendstunden wurden innerhalb von rund 160 Minuten insgesamt 21 Verstöße gegen das Nachtfahrverbot festgestellt. „Eine Regelung im öffentlichen Raum funktioniert nur dann dauerhaft gut, wenn sie nachvollziehbar ist und von den Menschen akzeptiert wird“, so Bendiks. „Deshalb schlagen wir vor, eine angepasste Nachtregelung wieder einzuführen – zumindest so lange, bis der Innenstadt-Radring vollständig fertiggestellt und qualitativ überzeugend umgesetzt ist.“

Gleichzeitig fordert die SPD-Fraktion die Stadtverwaltung auf, die noch offenen Maßnahmen zur Fertigstellung und Verbesserung des Innenstadt-Radrings mit Nachdruck voranzutreiben. Nach vollständiger Umsetzung soll die Situation erneut bewertet werden.